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Kolloquiumsvortrag: –.– 2020, Moritz Schreiber

Bild Besprechungsraum 04.137
Bild der Präsentationsfläche

Feldtests und Messungen von 4G/5G Mobilfunknetzen mit Fokus auf ferngesteuertes Fahren von Automobilen und Bussen

 

Die aktuelle Mobilfunkversorgung in Deutschland wird als mangelhaft für remote
driving angesehen. Doch eine Behauptung ist keine wissenschaftliche Studie, weshalb
ich mit dieser Arbeit die tatsächliche Situation analysiere.
Konkret habe ich Messungen im öffentlichen Mobilfunknetz Deutschlands durchgeführt
um anhand Latenz, Durchsatz und vieler weiterer Parameter die Machbarkeit
von remote driving genauer einschätzen zu können.
Dazu wurde von mir die Anforderungsparameterliste an remote driving aus den
Veröffentlichungen des 3GPP Standardisierungsgremiums extrahiert, Mess- und
Auswertungssoftware entwickelt, tausende Kilometer durch mehrmaliges abfahren
festgelegter und umfangreicher Messstrecken auf der Straße verbracht und auch die
Ergebnisse ausführlich analysiert.
Die Annahmen wurden dabei großteils bestätigt: Das aktuelle Mobilfunknetz ist
nicht in der Lage, ein Fahrzeug von Start zu Ziel (bis auf sehr wenige Ausnahmen)
fern zusteuern. Vor allem machen die Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit und die Latenz
große Probleme, während die Geschwindigkeit des Mobilfunknetzes nur in den
ländlichsten Gebieten den entscheidenden Knackpunkt darstellt.
Um mit der kommenden Generation Mobilfunk 5G remote driving zu ermöglichen,
muss nicht nur die Technologie flächendeckend verfügbar sein, es zieht auch weitere
Änderungen im Netzaufbau mit sich, an denen Regierung und Netzbetreiber
gemeinsam arbeiten müssten. So könnten Versorgungsprobleme für remote driving
durch Pflicht von anbieterübergreifendem, nationalem Roaming minimiert werden.
Weiterhin bringt eine Priorisierung von remote driving im Mobilfunknetz die Sicherheit,
selbst bei ausgelasteter Mobilfunkzelle noch ausreichend Durchsatz zu
bewerkstelligen.

 

Room: 04.137, Martensstr. 3, 91058 Erlangen

Time: 10:15 Uhr